ICH BIN
Das ist nicht so selbstverständlich, wie Mensch es schreibt.
Er ist und ich auch. Er ist groß und ich bin klein.
Er ist stark und ich bin schwach.
Ich brauche Hilfe, aber der Mensch ist blind.
Ich schreie um Hilfe, aber der Mensch ist taub.
Ich guck ihm mitten in sein Herz, aber das ist aus Stein.
Ich flehe ihn an, aber er ist unerbittlich.
Er bestimmt die Situation. Ich bin ihr ausgeliefert.
Hat er Gefühle? Ich habe Schmerzen.
Er ist dick und rund. Ich habe immer Hunger.
Er ist viele. Ich auch.
Er überlebt. Ich und meinesgleichen stirbt.
Er lacht. Ich weine leise um meine Kinder.
Er ist Gott.
Ich bin Mia.
Ich bin Bauernkatze und endlich kastriert.
Lasst Eure Katzen kastrieren. Bitte, denn DAS ist MENSCH SEIN.
©LILLIEMEMO2018

Rechts ist Polly.. Polly ist der neuste Neuzugang von Flüchtling. Sie ist vom Bauernhof geflüchtet, weil sie Hunger hatte.
Ich spare mir die Gepflogenheiten, wie mit Babykatzen auf dem Dorf umgegangen wird. Hier im Ort gibt es einen Katzenteich....
Polly ist scheu und dem Menschen über sehr skeptisch. Wer will schon mit Füßen getreten, oder verachtet werden.
Hier bekommen Katzen Babys und werden NICHT kastriert. Irgendwie bleibt eh nur eins über, warum sollte sich Mensch die Mühe machen?
Polly würde im Mai- Juni Babies bekommen, aber nun ist sie kastriert. Ein Elend weniger und die Gewissheit, dass nicht noch mehr unschuldige Katzen ihr Leben lassen müssen, weil der Mensch sich einen Dreck kümmert.
Polly ist eine kleine (kastrierte ) Bauernkatze. Links, das ist Paul. Er passt immer auf Polly auf.

Eine Geschichte vom Abschied oder Lillies letztes KoperniKÜSSKEN
Die Sonne schien so schön warm und ich fühlte mich so weltklasse ausgeruht und frisch.
Ich erinnerte mich daran, dass ich so schrecklich müde war und kaum Luft bekam.
Nun war ich wie neugeboren. Ich schaute an mir herab, bewegte meine Knochen und fühlte mich einfach wunderbar.
Ich blinzelte in die Sonne und sah eine Katze, die langsam auf mich zukam.
Es war Jerry, meine liebe Jerry. Wir umpfotelten uns freudig.
*Du bist doch tot, Jerry* Ich blickte sie verdutzt an und Jerry lächelte mich an.
*Lillie, Du auch*
*WAAAAS???? Das kann doch nicht sein. Ich habe doch nur eine Weile geschlafen*
Ich musste schlucken, das war alles so neu für mich.
*Ich war doch irgendwie gar nicht fertig mit Leben Jerry*
*Doch, genau wie ich liebste Lillie. Wir leben nun eben anders, das ist so und das bleibt so!*
*Ja, und die anderen alle? Die vermissen mich doch so dolle. Genau wie sie Dich vermissen*
*Das stimmt meine kleine Freundin, aber da kann auch Katz nichts machen! Wir haben alle unsere Aufgaben. Auf der Erde hast Du Deine erfüllt, so wie alle das getan haben.*
*Aber Jerry, ich war doch noch nicht…*
*Ach Lillie, schau in Dein Herz, es ist gesund und frei. Das ist doch prima und wir werden hier zusammen auch Spass haben, wie wir es zu Lebzeiten hatten, das verspreche ich Dir.*
* ich bin doch noch nicht fertig, ich habe einen Brief von Kopernikus gefunden, da habe ich erst verstanden, dass ich nicht mehr da bin, wo ich war:
Liebe Lillie,
ich schreibe Dir, weil ich an Dich denken muss und immer zu und immer zu. Der Fritz hat sich schon ganz gut bei mymiau zu recht gefunden-er hat viele viele Freunde. Aber ich weiß nicht, ob er so ein super duper Kumpel werden kann, wie Du und ob wir so gute Freunde werden können. Ob er mich überhaupt mag? Ich vermisse Dich und unsere lustigen Klatsch- und Tratschgeschichten. Wartest Du da oben auf mich, ja? Und sind wir dann wieder fette Kumpels? Aber Mama hat gesagt, ich muss mindestens 15 Jahre hier bei ihr bleiben und erst dann habe ich ein Anrecht in den Himmel zu kommen und je länger ich dann noch bei ihr bleibe, desto höher wird meine Position dann im Himmel. Ab 18 Jahren darf man dann bestimmen, wieviel Futter es gibt und welches…den Job find ich kuhl, deswegen warte ich noch.
Ich vermisse dich. Küssken in den Himmel pust!
*Ach Jerry, wenn ich noch ein allerletztes Mal gehen dürfte? Wer ist denn hier die Oberbestimmungskatz in dieser Abteilung?*
*Keine Ahnung Lillie, da habe ich mir keine Gedanken gemacht*
*Ich gehe einfach mal eben hinunter und bin schnell wieder hier, bevor es einer merkt. Wer viel fragt, bekommt viele Antworten*
Und schon flitzte ich wie der Blitz los, einmal links, rechts und Jerry guckte nur sprachlos hinterher.
Ich fiel durch einen nebligen Strudel durch meine Erlebnisse, durch mein Leben, durch meine Freunde, durch mein Glück………………………………
Autsch, nun wusste ich, dass Katzen nicht fliegen sollten.
Ich humpelte durch unwirkliche Gedanken, durch Wünsche, durch Näpfe mit Thunfisch und Sheba.
Ich landete auf dem Bürostuhl vorm PC, wo die Startseite von MYMIAU leuchtete und nach einem Passwort fragte.
Da lag er, der kleine Kerl, mein kleiner Freund und Kumpel Kopernikus und schnarchte leise vor sich hin.
Draußen auf dem Balkonsims winkte mir ein Taubenpaar zu.
Ich winkte verdutz zurück.
Ich stolperte im Halbdunkeln über die Unmengen von Spielsachen, die sich überall auf dem Teppich verteilten.
Ich hielt inne und meine Luft an, aber irgendwie war ich lautlos und unsichtbar.
Nachdem ich mich mit meinem Passwort bei mymiau eingeloggt hatte, schrieb ich meinem kleinen Kopernikus einen Brief, nicht ohne vorher ein Foto von ihm und seiner Menschen Mama gemacht zu haben, die er über alles liebte.
Das Foto war allerliebst. Kopernikus sabberte im Schlaf der Mama die Haare voll, während er ihr eine neue Frisur toupierte.
Ein Stillleben voller Liebe und Einklang.
Ich gab beiden einen fetten Kuss auf die Stirne. Kopernikus murmelte *Lillie, ich vermisse Dich so dolle*
*Ich habe Dich lieb mein Kopernikus. Du musst immer schön auf Dich aufpassen*
Das Foto war hochgeladen und ich schrieb:
*Lachmichweg. Guckst Du Kopernikus- Taschenlaken reich!
Im Moment sitze ich auf deinem Bauch und schreibe Dir. Du siehst mich nicht und ich habe Dir schon ins Ohr gebissen und deiner Mama an den Haaren gezogen.
Sei nicht traurig mein kleiner Freund. Ich bin immer bei Dir, in deinem Herzen. Deine Freundschaft und Deine Liebe habe ich mit mir genommen, das nimmt mir niemand weg.
Wenn Du hinauf in den Himmel guckst, wirst Du in Deinem Herzen immer mein Lachen spüren.
Und ab und an werde ich in Deinen Träumen sein, also kein Grund so traurig zu sein.
Ich wünsche Dir ein sehr tolles Leben mit deinen Menscheneltern, dass es Dir immer gut geht!
Pass immer auf Dich auf mein Kopernikus
*
Ich zog ihm noch ein letztes Mal am Ohr und schlich leise aus der Wohnung, aus der Stadt, aus dem Land, aus der Welt…

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